Waffenlexikon · Waffentechnik
Lauf und Patronenlager
23 Fachbegriffe aus dem Bereich Waffentechnik, kurz erklärt – Quellen stehen auf der jeweiligen Begriffsseite.
- Drall
- Schraubenförmiger Verlauf des Laufprofils beziehungsweise die dadurch erzeugte Geschoßrotation. Drallrichtung und Dralllänge sind getrennte Angaben.
- Dralllänge auch Twist Rate
- Axialer Weg, auf dem das Laufprofil eine vollständige Umdrehung durchläuft. 1:10 Zoll bedeutet eine Umdrehung auf 254 mm. Eine kleinere Längenangabe bedeutet einen schnelleren Drall.
- Drallrichtung auch Rechtsdrall, Linksdrall
- Drehsinn des Laufprofils und der dadurch erzeugten Geschoßrotation, betrachtet in Schussrichtung.
- Felder
- Die nach innen vorspringenden Bereiche zwischen den Zügen eines konventionell gezogenen Laufs.
- Feldmaß
- Laufdurchmesser über gegenüberliegende Feldoberflächen. Bei einem üblichen Zug-Feld-Profil ist er kleiner als das Zugmaß.
- Freiflug
- Strecke, die ein Geschoß nach dem vollständigen Verlassen der Hülse bis zum Eintritt in die Felder zurücklegt. Nicht jeder Weg bis zum Feldkontakt ist echter Freiflug.
- Freischwingender Lauf auch freiliegender Lauf
- Lauf, der im vorgesehenen freien Abschnitt nicht am Vorderschaft oder an benachbarten Läufen anliegt. Der Lauf bleibt an seiner konstruktiven Befestigung abgestützt.
- Gezogener Lauf auch Büchsenlauf
- Lauf mit einem schraubenförmigen Innenprofil, das dem Geschoß eine Drehung erteilt. Gezogen beschreibt hier das Profil und nicht zwingend das Herstellungsverfahren.
- Glatter Lauf auch Flintenlauf
- Lauf ohne das übliche schraubenförmige Zug-Feld-Profil. Eine Mündungsverengung durch einen Choke ändert diese grundlegende Einordnung nicht.
- Lauf
- Rohrförmiges Bauteil, das dem Geschoß während der Beschleunigung seine Richtung vorgibt. Läufe können glatt oder gezogen ausgeführt sein.
- Laufbündel
- Zusammengehörige Einheit aus mehreren Läufen einer mehrläufigen Waffe. Die Läufe können fest miteinander verbunden oder konstruktiv voneinander entkoppelt sein.
- Laufmantel
- Äußere Hülle um den eigentlichen Lauf. Ein Laufmantel ist nicht automatisch ein zweiter drucktragender Lauf.
- Laufschiene
- Auf oder zwischen Läufen angeordnete Schiene, die als Visierfläche und je nach Bauart als Verbindungsteil dient.
- Laufseele auch Seele
- Laufseele bezeichnet den Innenraum des Laufs. Die Seelenachse ist dessen gedachte Längsmittellinie. Innenraum und Achse sind unterschiedliche Begriffe.
- Laufseelenachse auch Seelenachse
- Gedachte Längsmittellinie der Laufbohrung. Sie bezeichnet eine geometrische Achse; die Laufseele bezeichnet den Innenraum.
- Mündung auch Laufmündung
- Vorderes Ende des Laufs, an dem das Geschoß den Lauf verlässt.
- Mündungskrone
- Geometrische Ausführung des vordersten Laufabschlusses am Austritt der Laufbohrung. Eine Beschädigung kann den gleichmäßigen Geschoßabgang beeinflussen.
- Patronenlager
- Aufnahmeraum für eine bestimmte Patrone. Bei Pistolen und Gewehren liegt er gewöhnlich am hinteren Laufende, bei Revolvern in der Trommel.
- Polygonlauf
- Gezogener Lauf mit einem polygonähnlichen Innenprofil und weniger scharf ausgeprägten Übergängen als beim klassischen Zug-Feld-Profil. Auch ein Polygonlauf erzeugt Drall.
- Übergangskegel auch Geschoßübergang
- Übergangsbereich zwischen Patronenlager und gezogenem Laufteil einer Büchse. Er ist vom Übergang aus dem Flintenpatronenlager in den glatten Lauf zu unterscheiden.
- Übergangskonus der Flinte auch Übergangskonus, Forcing Cone
- Konischer Übergang aus dem Flintenpatronenlager in den engeren glatten Laufabschnitt.
- Züge
- Schraubenförmige Vertiefungen im Innenprofil eines konventionell gezogenen Laufs.
- Zugmaß
- Laufdurchmesser über die gegenüberliegenden Zuggründe.
Passend dazu
Mehr aus Waffentechnik
Das Waffenlexikon erklärt technische Fachbegriffe. Es ist keine Rechtsberatung und enthält keine Ladedaten oder Anleitungen zur Bearbeitung von Waffen. Fragen zu Erwerb, Besitz und Führen beantwortet unser Ratgeber Waffenrecht. Stand: 08.11.2026.