Waffenlexikon · Waffentechnik

Grundbegriffe und Bauarten

34 Fachbegriffe aus dem Bereich Waffentechnik, kurz erklärt – Quellen stehen auf der jeweiligen Begriffsseite.

Bergstutzen
Zweiläufige Büchse mit zwei unterschiedlichen Kugelkalibern, üblicherweise in Bockanordnung. Der Name bezeichnet die Kaliberkombination; er ist kein Synonym für einen vollgeschäfteten Stutzen.
Bockbüchsflinte auch BBF
Kombinierte Waffe mit einem Kugellauf und einem Schrotlauf, die übereinander angeordnet sind.
Bockdoppelbüchse auch Bockbüchse
Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen im selben Kaliber.
Bockdrilling
Dreiläufige kombinierte Waffe mit übereinanderliegenden Hauptläufen und einem zusätzlichen, seitlich angeordneten Lauf. Die genaue Kaliber- und Laufkombination ist modellabhängig.
Bockflinte auch Bockdoppelflinte
Flinte mit zwei übereinanderliegenden Schrotläufen.
Büchse auch Kugelgewehr
Gewehr mit gezogenem Lauf, der dem Geschoß eine stabilisierende Drehung um seine Längsachse erteilt.
Büchsflinte
Kombinierte Waffe mit einem Kugellauf und einem Schrotlauf nebeneinander.
Doppelbüchsdrilling
Dreiläufige kombinierte Waffe mit zwei Kugelläufen und einem Schrotlauf.
Doppelbüchse
Büchse mit zwei nebeneinanderliegenden Kugelläufen, üblicherweise im selben Kaliber.
Doppelflinte auch Querflinte
Flinte mit zwei nebeneinanderliegenden Schrotläufen. Im weiteren Sinn auch Oberbegriff für zweiläufige Flinten einschließlich der Bockdoppelflinte; im engeren Sinn die Querflinte.
Drilling
Dreiläufige Waffe. Beim klassischen Jagddrilling sind zwei Schrotläufe und ein Kugellauf kombiniert. Drei Läufe bedeuten nicht zwingend drei unterschiedliche Kaliber.
Einstecklauf
Kleinerer Lauf, der in einem vorhandenen Lauf einer dafür geeigneten Waffe verwendet wird. Er besitzt üblicherweise keinen eigenen vollständigen Verschluss.
Einzellader
Waffe ohne Magazin, bei der die Patronen vor jedem Schuss – bei mehrläufigen Waffen nach dem Leerschießen der Läufe – einzeln von Hand in das Patronenlager eingesetzt werden. Auch eine mehrläufige Kipplaufwaffe kann ein Einzellader sein.
Faustfeuerwaffe auch Kurzwaffe
Schusswaffe, bei der die Geschoße durch Verbrennung eines Treibmittels ihren Antrieb erhalten und die eine Gesamtlänge von höchstens 60 cm aufweist (§ 3 WaffG). Österreichischer Rechtsbegriff. „Kurzwaffe“ wird im Alltag gleichbedeutend verwendet, ist aber kein österreichischer Rechtsbegriff; ausländische Kurzwaffendefinitionen können abweichen.
Feuerwaffe
Schusswaffe, bei der das Geschoß durch die Gase eines verbrennenden Treibmittels angetrieben wird.
Flinte auch Schrotflinte
Gewehr mit glattem Lauf (abgesehen von Sonderformen mit kurzem gezogenem Mündungsteil). Flinten verschießen überwiegend Schrotpatronen, können aber auch passende Flintenlaufgeschoßpatronen verwenden.
Geradezugrepetierer auch Geradezugbüchse
Repetierwaffe, deren Kammergriff beim Nachladen im Wesentlichen geradlinig vor- und zurückbewegt wird. Die Verriegelung kann intern trotzdem eine Drehbewegung oder eine andere Bewegung ausführen.
Gewehr auch Langwaffe, Schulterwaffe
Schusswaffe, deren Bauform das Abstützen an der Schulter vorsieht. Büchsen und Flinten sind die wichtigsten Gewehrarten.
Handfeuerwaffe
Oberbegriff für Gewehre und Faustfeuerwaffen. Im österreichischen Beschusswesen umfasst der Ausdruck zusätzlich etwa Schussapparate, Alarmwaffen und Böller.
Kipplaufbüchse
Einläufige Büchse mit Kipplaufsystem. Kipplauf beschreibt die Öffnungsbewegung. Eine zusätzliche Blockverriegelung schließt diese Bezeichnung nicht aus.
Kipplaufwaffe
Waffe, deren Lauf oder Laufbündel zum Öffnen des Patronenlagers um ein Scharnier gegenüber dem Systemkasten abgekippt wird.
Kombinierte Waffe
Mehrläufige Jagdwaffe mit Kugel- und Schrotlaufkombination. Hersteller führen unter diesem Oberbegriff teilweise auch zweikalibrige Kugelwaffen wie Bergstutzen.
Pistole
Faustfeuerwaffe, bei der sich das Patronenlager gewöhnlich im Lauf befindet. Eine Pistole ist nicht zwingend ein Selbstlader; auch einschüssige und mehrläufige Pistolen existieren.
Repetierbüchse
Büchse mit manuell betätigtem Nachlademechanismus und Munitionsvorrat. Der Ausdruck bezeichnet keine einzelne Verschlussbauart.
Repetierwaffe auch Repetierer
Waffe, bei der eine weitere Patrone durch einen von Hand betätigten Mechanismus aus dem Munitionsvorrat ins Patronenlager gelangt.
Revolver
Schusswaffe mit einer drehbaren Trommel, deren mehrere Patronenlager nacheinander vor den Lauf gebracht werden. Die Trommel enthält die Patronenlager; sie ist kein gewöhnliches Wechselmagazin.
Schusswaffe auch Schußwaffe
Waffe, mit der feste Körper durch einen Lauf in eine bestimmbare Richtung verschossen werden können. Österreichischer Rechtsbegriff. Der Antrieb muss dafür nicht zwingend auf einer Pulververbrennung beruhen.
Selbstladepistole
Pistole, die einen Teil der beim Schuss verfügbaren Energie zum selbsttätigen Nachladen nutzt. Halbautomatisch bezeichnet die Schussfolge; Gasdruck- oder Rückstoßantrieb bezeichnet das Funktionsprinzip.
Selbstladewaffe auch Halbautomat, halbautomatische Waffe
Waffe, die nach einem Schuss selbsttätig nachlädt und für jeden weiteren Schuss eine erneute Abzugsbetätigung benötigt.
Stutzen auch Ganzschaftbüchse
Im heutigen jagdlichen Sprachgebrauch eine Büchse mit Ganzschaft, dessen Vorderschaft bis nahe zur Mündung reicht. Der Ausdruck legt weder ein einziges Verschlusssystem noch ein einheitliches Längenmaß fest.
Unterhebelrepetierer
Repetierwaffe, deren Nachlademechanismus über einen unter dem System angeordneten Schwenkhebel betätigt wird.
Vollautomatische Waffe auch Vollautomat
Waffe, die bei andauernder Abzugsbetätigung mehrere Schüsse selbsttätig abgeben kann. Technische Definition; daraus allein folgt keine vollständige österreichische Rechtskategorie.
Vorderschaftrepetierer auch Pumpgun
Repetierwaffe, bei der der bewegliche Vorderschaft den Nachlademechanismus betätigt. In Österreich sind Flinten (Schrotgewehre) mit Vorderschaftrepetiersystem („Pumpguns“) verbotene Waffen (§ 17 Abs. 1 Z 4 WaffG). Die Bezeichnung „Pumpgun“ verwendet das Gesetz selbst.
Wechsellauf auch Austauschlauf
Zusätzlicher, für ein bestimmtes Waffensystem vorgesehener Lauf. Ein Kaliberwechsel kann außerdem einen passenden Verschlusskopf und Magazineinsatz erfordern.

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Das Waffenlexikon erklärt technische Fachbegriffe. Es ist keine Rechtsberatung und enthält keine Ladedaten oder Anleitungen zur Bearbeitung von Waffen. Fragen zu Erwerb, Besitz und Führen beantwortet unser Ratgeber Waffenrecht. Stand: 08.11.2026.

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