Waffenlexikon: Fachbegriffe einfach erklärt

Kurze, geprüfte Erklärungen zu Begriffen aus Waffentechnik, Munitionstechnik und Optik – mit Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen und Quellenangabe bei jedem Eintrag.

413 Begriffe · 152 Quellen · Stand: 08.11.2026 · Verantwortlich: Christoph Hanz, Geschäftsführer der Hanz GmbH

Bereiche

Waffentechnik 136

Bauarten, Lauf, Verschluss, Abzug, Schaft, Mündungszubehör und Beschuss.

Munitionstechnik 167

Patrone, Kaliber, Geschoß, Hülse, Zündung, Pulver, Schrot und Ballistik.

Optik 110

Zielfernrohr, Absehen, optische Kenngrößen, Montage, Nachtsicht und Wärmebild.

Alle Begriffe von A–Z

A ↑ A–Z

Abbrandverhalten
Beschreibung, wie schnell und unter welchen Druckbedingungen ein Pulver Gas freisetzt.
Abgangsballistik
Teilgebiet der Ballistik über die Vorgänge beim und unmittelbar nach dem Mündungsaustritt, solange Mündungsgase und Waffe den Geschoßabgang beeinflussen.
Abgeplattetes Kugelpulver
Pulver mit ursprünglich kugelförmigen, anschließend abgeplatteten Körnern.
Absehen
In einer Zieloptik sichtbare Zielmarkierung, etwa aus Linien, Punkten oder Kreisen.
Absehenschnellverstellung
Für die rasche, wiederauffindbare Änderung der Zieleinstellung ausgeführte Verstellung, häufig mit markierbaren Entfernungspositionen.
Abzug
Einrichtung, über die der Schütze den Auslösemechanismus betätigt.
Abzugsbügel
Bügel um den Abzug, der ihn gegen unbeabsichtigte äußere Berührung abschirmt.
Abzugsgewicht
Gebräuchliche Angabe des Abzugswiderstands als entsprechende Prüfmasse in Gramm oder Kilogramm.
Abzugskraft
Kraft, die an der vorgesehenen Betätigungsstelle zum Auslösen des Abzugs erforderlich ist.
Abzugsreset
Rückbewegung des Abzugs nach dem Auslösen bis zu dem Punkt, an dem der Mechanismus erneut auslösen kann.
Abzugssicherung
Sicherung, die eine unbeabsichtigte Betätigung des Abzugs erschwert beziehungsweise dessen Bewegung ohne die vorgesehene Freigabe sperrt.
Abzugszüngel
Mit dem Finger betätigter Teil des Abzugs.
Adapterplatte
Zwischenbauteil zur Verbindung zweier bestimmter mechanischer Schnittstellen.
Amboss
Widerlager, gegen das der Zündsatz bei der mechanischen Auslösung gequetscht wird.
Auflösungsvermögen
Fähigkeit, eng benachbarte Einzelheiten noch getrennt abzubilden beziehungsweise wahrnehmen zu lassen.
Aufpilzen
Querschnittsvergrößerung eines Geschoßes durch Verformung im Ziel.
Auftreffenergie
Kinetische Energie des Geschoßes beim Auftreffen beziehungsweise an der bezeichneten Entfernung.
Augenabstand
Abstand zwischen der letzten Okularfläche und der vorgesehenen Augenposition für die vollständige Nutzung des Sehfelds.
Außenballistik
Teilgebiet der Ballistik, das den freien Geschoßflug außerhalb der Waffe untersucht.
Austrittspupille
Austretendes Lichtbündel, dessen Querschnitt beim Blick auf das Okular als helle Scheibe sichtbar ist.
Auswerfer
Bauteil oder Einrichtung, das beziehungsweise die eine ausgezogene Hülse oder Patrone aus der Waffe befördert.
Auszieher
Bauteil, das die Hülse oder Patrone aus dem Patronenlager zieht beziehungsweise heraushebt.
Auszieherrille
Ringförmige Nut nahe dem Hülsenboden, an der der Auszieher angreifen kann.

B ↑ A–Z

Ballistik
Lehre von der Bewegung und dem Verhalten von Geschoßen.
Ballistischer Koeffizient
Vergleichswert für die Verzögerung eines Geschoßes durch Luftwiderstand gegenüber einem festgelegten Referenzmodell.
Ballistisches Absehen
Absehen mit zusätzlichen Marken für definierte Höhen- beziehungsweise Seitenabstände.
Bar
Druckeinheit. Ein bar entspricht 100.000 Pascal beziehungsweise 0,1 Megapascal.
Basküle
Gehäuseteil einer Kipplaufwaffe, an dem Laufbündel, Scharnier und Verschluss zusammenwirken.
Berdanzündung
Zentralfeuerzündung, bei der der Amboss Teil des Hülsenbodens ist.
Bergstutzen
Zweiläufige Büchse mit zwei unterschiedlichen Kugelkalibern, üblicherweise in Bockanordnung.
Beschuss
Amtliche Erprobung einer Waffe beziehungsweise bestimmter höchstbeanspruchter Teile.
Beschussgasdruck
Für eine bestimmte amtliche Erprobung vorgeschriebene erhöhte Druckbeanspruchung.
Beschusszeichen
Amtliche Kennzeichnung einer erfolgreich durchgeführten beschussrechtlichen Erprobung.
Bettung
Definierte Abstützung des Systems im Schaft oder Chassis.
Bildebene
Ebene innerhalb eines optischen Systems, in der eine Abbildung entsteht.
Bildfeldebnung
Optische Korrektur, die die Bildfeldwölbung vermindert.
Bildfeldwölbung
Abbildungsfehler, bei dem die scharfe Bildfläche gekrümmt statt eben liegt.
Bildwiederholrate
Zahl der neu dargestellten beziehungsweise erfassten Bilder pro Sekunde, abhängig vom bezeichneten Geräteteil.
Blättchenpulver
Pulver mit dünnen, flächigen Körnern.
Bleifreies Geschoß
Geschoß ohne Blei als vorgesehenen Konstruktionswerkstoff.
Bleigeschoß
Geschoß mit einem Grundkörper aus Blei oder einer Bleilegierung ohne klassischen separaten Metallmantel.
Bleischrot
Schrot aus Blei beziehungsweise einer Bleilegierung.
Blendenzahl
Verhältnis von Brennweite zu wirksamem Eintrittspupillendurchmesser.
Blitzschloss
Schlossbauart von Kipplaufwaffen, bei der wesentliche Schlossteile auf der Abzugsplatte angeordnet sind.
Blockverschluss
Verschlussbauart, bei der ein massiver Block das Patronenlager rückwärts abschließt.
Bockbüchsflinte
Kombinierte Waffe mit einem Kugellauf und einem Schrotlauf, die übereinander angeordnet sind.
Bockdoppelbüchse
Büchse mit zwei übereinanderliegenden Kugelläufen im selben Kaliber.
Bockdrilling
Dreiläufige kombinierte Waffe mit übereinanderliegenden Hauptläufen und einem zusätzlichen, seitlich angeordneten Lauf.
Bockflinte
Flinte mit zwei übereinanderliegenden Schrotläufen.
Bodenstempel
Kennzeichnung auf dem Hülsenboden, beispielsweise mit Hersteller- und Patronenangaben.
Bootheck
Nach hinten verjüngter Geschoßheckabschnitt.
Bördelverschluss
Verschlussart, bei der der Rand des Hülsenmunds über eine Abschlusskomponente eingerollt ist.
Boxerzündung
Zentralfeuerzündung mit im Zündhütchen enthaltenem Amboss.
Büchse
Gewehr mit gezogenem Lauf, der dem Geschoß eine stabilisierende Drehung um seine Längsachse erteilt.
Büchsflinte
Kombinierte Waffe mit einem Kugellauf und einem Schrotlauf nebeneinander.

C ↑ A–Z

Chassis
Tragstruktur eines Gewehrs, die Systemaufnahme und Befestigungspunkte für Griff, Vorderschaft und Schulterstütze bereitstellt.
Choke
Verengung beziehungsweise besondere Formgebung im Mündungsbereich eines Flintenlaufs zur Beeinflussung der Schrotverteilung.
Chromatische Aberration
Abbildungsfehler durch unterschiedliche Brechung verschiedener Wellenlängen.
C.I.P.
Internationale Organisation zur Vereinheitlichung von Prüfregeln für Handfeuerwaffen und Munition.
Corioliseffekt
Abweichung der Bewegung im mit der Erde rotierenden Bezugssystem.
Crimp
Gezielte Formgebung des Hülsenmunds zur zusätzlichen Sicherung des Geschoßsitzes beziehungsweise zum Verschließen bestimmter Patronen.

D ↑ A–Z

Dachkantprisma
Prismenbauform mit dachartig angeordneten Reflexionsflächen zur Bildumkehr.
Dämmerungsleistung
Fähigkeit eines optischen Geräts, unter schwachen Lichtverhältnissen nutzbare Details zu zeigen.
Dämmerungszahl
Konventioneller Rechenwert aus der Quadratwurzel von Vergrößerung mal Objektivdurchmesser in Millimetern.
Deckung
Anteil beziehungsweise Verteilung der Schrottreffer innerhalb einer definierten Prüffläche auf festgelegte Entfernung.
Deckungsmaß
Winkelgröße einer Absehenstruktur beziehungsweise deren abgedeckte Strecke auf eine bestimmte Entfernung.
Deformationsgeschoß
Geschoß, das zur Querschnittsvergrößerung im Ziel bei weitgehendem Masseerhalt konstruiert ist.
Degressiver Abbrand
Abbrandcharakteristik, bei der die wirksame brennende Oberfläche mit fortschreitender Umsetzung abnimmt.
Detektionsreichweite
Entfernung, bis zu der ein Objekt unter festgelegten Bedingungen als vorhanden erfasst werden kann.
Detektorauflösung
Zahl der Sensorelemente in horizontaler und vertikaler Richtung, etwa 640 × 480.
Deutscher Stecher
Stechereinrichtung mit einem zusätzlichen Züngel zum Einstechen und einem Züngel zum Auslösen.
Digitales Nachtsichtgerät
Gerät, das das einfallende sichtbare beziehungsweise nahe infrarote Licht mit einem Sensor aufnimmt und auf einem Display darstellt.
Digitalzoom
Vergrößerung eines vorhandenen digitalen Bildausschnitts durch Darstellung beziehungsweise Interpolation.
Diopter
Hinteres Visierelement mit einer kleinen Durchblicköffnung.
Dioptrie
Einheit der optischen Brechkraft; eine Dioptrie entspricht dem Kehrwert der Brennweite in Metern (1 dpt = 1/m).
Dioptrienausgleich
Einstellmöglichkeit zur Anpassung an die individuelle Sehschärfe.
Direktabzug
Einphasiger Abzug ohne vorgesehenen Vorzugsweg zu einem zweiten Druckpunkt.
Displayauflösung
Zahl der Bildpunkte des zur Darstellung verwendeten Displays.
Doppelabzug
Zwei getrennte Abzugszüngel zur Ansteuerung unterschiedlicher Läufe beziehungsweise Schlösser einer mehrläufigen Waffe.
Doppelbüchsdrilling
Dreiläufige kombinierte Waffe mit zwei Kugelläufen und einem Schrotlauf.
Doppelbüchse
Büchse mit zwei nebeneinanderliegenden Kugelläufen, üblicherweise im selben Kaliber.
Doppelflinte
Flinte mit zwei nebeneinanderliegenden Schrotläufen.
Double Action
Abzugsprinzip, bei dem die Abzugsbetätigung das Schlagstück spannt und anschließend freigibt.
Drall
Schraubenförmiger Verlauf des Laufprofils beziehungsweise die dadurch erzeugte Geschoßrotation.
Dralldrift
Seitliche Flugbahnabweichung durch das Zusammenwirken von Geschoßrotation und Aerodynamik.
Dralllänge
Axialer Weg, auf dem das Laufprofil eine vollständige Umdrehung durchläuft.
Drallrichtung
Drehsinn des Laufprofils und der dadurch erzeugten Geschoßrotation, betrachtet in Schussrichtung.
Drallstabilisierung
Stabilisierung der Geschoßlage durch Rotation um die Längsachse.
Drehkammerverschluss
Zylinderverschluss, dessen Verriegelung durch eine Drehbewegung der Kammer betätigt wird.
Drilling
Dreiläufige Waffe. Beim klassischen Jagddrilling sind zwei Schrotläufe und ein Kugellauf kombiniert.
Druckpunkt
Spürbare Widerstandszunahme vor dem Auslösen eines Druckpunktabzugs.
Druckpunktabzug
Abzug mit einer Vorzugsphase und einem anschließenden Druckpunkt, an dem die zusätzliche Auslösekraft überwunden wird.

E ↑ A–Z

ED Glas
Optisches Glas mit besonders geringer Dispersion zur Verminderung chromatischer Aberration.
Einabzug
Ein einzelnes Abzugszüngel zur nacheinander erfolgenden Auslösung mehrerer Läufe einer mehrläufigen Waffe.
Einbasiges Pulver
Rauchloses Treibladungspulver, dessen wesentlicher energetischer Grundstoff Nitrocellulose ist.
Einblickbereich
Räumlicher Bereich der Augenpositionen entlang und um die optische Zielachse, in dem das vollständige Zielbild sichtbar ist.
Einhakmontage
Abnehmbare Montage mit eingepassten Einhakfüßen und zugehörigen Aufnahmen.
Einschussentfernung
Entfernung, auf die die mittlere Treffpunktlage mit dem gewählten Zielpunkt in Übereinstimmung gebracht ist.
Einstecklauf
Kleinerer Lauf, der in einem vorhandenen Lauf einer dafür geeigneten Waffe verwendet wird.
Einzellader
Waffe ohne Magazin, bei der die Patronen vor jedem Schuss – bei mehrläufigen Waffen nach dem Leerschießen der Läufe – einzeln von Hand in das Patronenlager eingesetzt werden.
Entfernungsmessung
Bestimmung des Abstands zu einem Objekt.
Erkennungsreichweite
Entfernung, bis zu der die grundsätzliche Objektklasse unter festgelegten Bedingungen unterschieden werden kann, etwa Mensch, Tier oder Fahrzeug.
Erste Bildebene
Absehenposition vor dem vergrößerungsverändernden Umkehrsystem.

F ↑ A–Z

Faustfeuerwaffe
Schusswaffe, bei der die Geschoße durch Verbrennung eines Treibmittels ihren Antrieb erhalten und die eine Gesamtlänge von höchstens 60 cm aufweist (§ 3 WaffG).
Felder
Die nach innen vorspringenden Bereiche zwischen den Zügen eines konventionell gezogenen Laufs.
Feldmaß
Laufdurchmesser über gegenüberliegende Feldoberflächen.
Fernglas
Beobachtungsinstrument mit je einem optischen Kanal für jedes Auge.
Fertigungslos
Abgegrenzte, durch einen Code identifizierbare Fertigungsmenge von Munition oder Komponenten.
Feuerwaffe
Schusswaffe, bei der das Geschoß durch die Gase eines verbrennenden Treibmittels angetrieben wird.
Flachboden
Geschoßheck mit ebenem Boden ohne den typischen verjüngten Bootheckabschnitt.
Flachkopf
Geschoßkopf mit einer ebenen vorderen Fläche.
Flaschenhülse
Patronenhülse mit breiterem Körper, engerem Hals und einer verbindenden Schulter.
Flinte
Gewehr mit glattem Lauf (abgesehen von Sonderformen mit kurzem gezogenem Mündungsteil). Flinten verschießen überwiegend Schrotpatronen, können aber auch passende Flintenlaufgeschoßpatronen verwenden.
Flintenabzug
Jagdliche Bezeichnung für einen direkt wirkenden Abzug ohne Stechereinrichtung.
Flintenkaliber
Traditionelle Größenangabe nach der Zahl gleich großer Bleikugeln des Laufdurchmessers, die zusammen ein englisches Pfund wiegen.
Flintenlaufgeschoß
Einzelgeschoß für dafür geeignete Flintenpatronen.
Flugbahn
Räumlicher Verlauf der Geschoßbewegung.
Flugzeit
Zeit vom definierten Beginn des Geschoßflugs bis zum Erreichen einer bestimmten Entfernung beziehungsweise Position.
Fokussierung
Anpassung der optischen Abbildung an die Entfernung des betrachteten Objekts.
Fragmentierung
Aufteilung eines Geschoßes in mehrere Teile.
Frangible-Geschoß
Geschoß, das für das Zerfallen in kleine Fragmente beim Auftreffen auf geeignete harte Ziele ausgelegt ist.
Französischer Stecher
Stechereinrichtung mit einem Abzugszüngel, das zum Einstechen nach vorne bewegt wird.
Freiflug
Strecke, die ein Geschoß nach dem vollständigen Verlassen der Hülse bis zum Eintritt in die Felder zurücklegt.
Freischwingender Lauf
Lauf, der im vorgesehenen freien Abschnitt nicht am Vorderschaft oder an benachbarten Läufen anliegt.
Führungsfläche
Äußerer Geschoßbereich, der beim Laufdurchgang die wesentliche Führung und den Eingriff in das Laufprofil übernimmt.

G ↑ A–Z

G1
Referenzmodell für die Widerstandsbeschreibung eines festgelegten Standardgeschoßes mit flachem Heck.
G7
Referenzmodell für die Widerstandsbeschreibung eines festgelegten länglichen Standardgeschoßes mit verjüngtem Heck.
Gasdruck
Durch die Verbrennungsgase verursachter Druck während der Schussentwicklung.
Gasdrucklader
Selbstlader, dessen Nachlademechanismus durch einen Teil der beim Schuss entstehenden Pulvergase angetrieben wird.
Gasdruckverlauf
Zeitlicher oder räumlicher Verlauf des Drucks während der Schussentwicklung.
Gebrauchsgasdruck
Für einen Patronentyp normativ festgelegter höchstzulässiger mittlerer Gasdruck unter den vorgeschriebenen Prüfbedingungen.
Geometrische Lichtstärke
Rechenwert aus dem Quadrat des Austrittspupillendurchmessers in Millimetern.
Geradezugrepetierer
Repetierwaffe, deren Kammergriff beim Nachladen im Wesentlichen geradlinig vor- und zurückbewegt wird.
Geschoß
Körper, der aus der Waffe verschossen wird.
Geschoßkern
Innerer Werkstoffbereich eines Mantelgeschoßes.
Geschoßknall
Durch die Überschallbewegung des Geschoßes verursachte Stoßwelle beziehungsweise deren hörbare Wahrnehmung.
Geschoßmantel
Äußere metallische Hülle eines Mantelgeschoßes.
Geschoßmasse
Masse des Geschoßes, üblicherweise in Gramm oder Grain angegeben.
Geschoßrille
Umlaufende Rille am Geschoßkörper, je nach Konstruktion etwa zur Aufnahme einer Hülsenmundbördelung.
Geschoßspitze
Vorderer Bereich eines Geschoßes.
Gewehr
Schusswaffe, deren Bauform das Abstützen an der Schulter vorsieht. Büchsen und Flinten sind die wichtigsten Gewehrarten.
Gezogener Lauf
Lauf mit einem schraubenförmigen Innenprofil, das dem Geschoß eine Drehung erteilt.
Glatter Lauf
Lauf ohne das übliche schraubenförmige Zug-Feld-Profil.
Grain
Masseeinheit des angloamerikanischen Systems. Ein Grain entspricht exakt 0,06479891 Gramm.
Griffstück
Unterer tragender Teil einer Pistole, der unter anderem Griff, Abzugseinrichtung und häufig den Magazinschacht enthält.
Günstigste Einschussentfernung
Entfernung des zweiten Schnittpunkts von Geschoßflugbahn und Visierlinie bei einer festgelegten zulässigen Bahnüberhöhung.
Gürtelhülse
Hülse mit einer ringförmigen Verdickung vor der Auszieherrille.

H ↑ A–Z

Hahn
Schwenkbares Schlagstück, das je nach Bauart direkt oder über einen Schlagbolzen auf das Zündelement wirkt.
Handfeuerwaffe
Oberbegriff für Gewehre und Faustfeuerwaffen.
Handspannung
System, bei dem der Schütze die Schlagfeder mit einem gesonderten Bedienelement spannt.
Hinterschaft
Hinterer Schaftteil eines Gewehrs zur Schulter- und Wangenanlage.
Höhenturm
Bedienelement zur vertikalen Verstellung der Zieleinstellung.
Hohlspitzgeschoß
Geschoß mit einer Höhlung im Spitzenbereich.
Holografisches Visier
Zielgerät, dessen Absehen mit holografischer Technik und einer Laserlichtquelle erzeugt wird.
HPBT
Abkürzung für Hollow Point Boat Tail: Hohlspitzgeschoß mit verjüngtem Heck.
Hülse
Hülle der Patrone, die unter anderem Treibladung und Zündelement aufnimmt und die Komponenten zusammenhält.
Hülsenboden
Hinterer Abschluss der Hülse; bei Zentralfeuerhülsen befindet sich hier die Aufnahme des Zündhütchens.
Hülsenhals
Bei einer Flaschenhülse der verengte vordere Abschnitt zwischen Schulter und Hülsenmund, der das Geschoß hält.
Hülsenlänge
Länge der Patronenhülse ohne das vorstehende Geschoß.
Hülsenmund
Vordere Öffnung beziehungsweise Abschlusskante der Patronenhülse.
Hülsenmundanlieger
Patrone, deren axiale Lage im Patronenlager durch die Anlage des Hülsenmunds bestimmt wird.
Hülsenrand
Seitlich über den Hülsenkörper vorstehender Bereich am Hülsenboden einer Randhülse.
Hülsenschulter
Schräger Übergang zwischen dem breiteren Hülsenkörper und dem engeren Hülsenhals einer Flaschenhülse.
Hybridogive
Geschoßprofil, das tangentiale und sekantische Ogivenabschnitte kombiniert.

I ↑ A–Z

Identifikationsreichweite
Entfernung, bis zu der die für die jeweilige Aufgabe geforderten kennzeichnenden Details eines Objekts erkennbar sind.
IFOV
Winkelbereich, den ein einzelnes Sensorelement über die verwendete Optik erfasst.
Innenballistik
Teilgebiet der Ballistik, das die Schussentwicklung in der Waffe bis zum Austritt des Geschoßes aus dem Lauf untersucht.
IR Aufheller
Lichtquelle für einen infraroten Spektralbereich zur zusätzlichen Beleuchtung einer Szene für passende Nachtsichtgeräte.

J ↑ A–Z

Joule
SI-Einheit der Energie. Bei einer Geschoßenergieangabe werden Geschoßmasse und Geschwindigkeit am bezeichneten Messpunkt verknüpft.

K ↑ A–Z

Kaliber
Bezeichnung der Lauf- beziehungsweise Munitionsgröße.
Kammergriff
Von Hand betätigter Griff des Verschlusses einer Repetierbüchse.
Kastenmagazin
Magazin, in dem die Patronen in einer oder mehreren Reihen übereinander beziehungsweise versetzt angeordnet sind.
Kegelstumpfkopf
Geschoßkopf mit kegeligem Verlauf und abgeflachter Stirnfläche.
Kimme
Hinteres Element einer offenen Visierung, üblicherweise mit einer Kerbe zum Ausrichten des Korns.
Kipplaufbüchse
Einläufige Büchse mit Kipplaufsystem.
Kipplaufwaffe
Waffe, deren Lauf oder Laufbündel zum Öffnen des Patronenlagers um ein Scharnier gegenüber dem Systemkasten abgekippt wird.
Kleinkaliber
Im jagdlichen und sportlichen Alltag meist Bezeichnung für Randfeuerpatronen wie .22 l. r. und die zugehörigen Waffen.
Klettern
Systematische Treffpunktverlagerung bei aufeinanderfolgenden Schüssen, häufig im Zusammenhang mit der Erwärmung eines Laufbündels.
Klickwert
Nominelle Änderung der Zieleinstellung pro Rastschritt einer Verstellung.
Kombinierte Waffe
Mehrläufige Jagdwaffe mit Kugel- und Schrotlaufkombination.
Kompensator
Gasumlenkendes Mündungsbauteil, dessen Wirkung besonders die Bewegung der Mündung beim Schuss vermindern soll.
Kontrast
Unterschied der wiedergegebenen Helligkeit beziehungsweise Farbe benachbarter Bildbereiche.
Korn
Vorderes Element einer mechanischen Visierung.
Kornform
Geometrische Form der Pulverkörner, etwa Blättchen, Stäbchen, Röhren oder Kugeln.
Korntunnel
Schützendes Gehäuse um das vordere Visierelement, beispielsweise ein Ringkorn.
Kugelpulver
Pulver mit annähernd kugelförmigen Körnern.
Kupfergeschoß
Geschoß mit einem maßgeblichen Körper aus Kupfer.

L ↑ A–Z

Laborierung
Konkrete Zusammenstellung einer Patrone aus festgelegten Komponenten und Spezifikationen.
Large Pistol
Bezeichnung einer Größen- und Anwendungsklasse von Zündhütchen für Pistolen- und Revolverpatronen.
Large Rifle
Bezeichnung einer Größen- und Anwendungsklasse von Zündhütchen für Büchsenpatronen.
Laserentfernungsmesser
Gerät zur Entfernungsmessung mit Laserlicht.
Lauf
Rohrförmiges Bauteil, das dem Geschoß während der Beschleunigung seine Richtung vorgibt.
Laufbündel
Zusammengehörige Einheit aus mehreren Läufen einer mehrläufigen Waffe.
Laufmantel
Äußere Hülle um den eigentlichen Lauf.
Laufschiene
Auf oder zwischen Läufen angeordnete Schiene, die als Visierfläche und je nach Bauart als Verbindungsteil dient.
Laufseele
Laufseele bezeichnet den Innenraum des Laufs. Die Seelenachse ist dessen gedachte Längsmittellinie.
Laufseelenachse
Gedachte Längsmittellinie der Laufbohrung.
Leuchtabsehen
Absehen, dessen Zielmarkierung ganz oder teilweise beleuchtet werden kann.
Liderung
Abdichtung gegen rückwärts entweichende Pulvergase durch das Anlegen der unter Druck aufgeweiteten Hülse an das Patronenlager.

M ↑ A–Z

Machzahl
Verhältnis der Geschoßgeschwindigkeit zur örtlichen Schallgeschwindigkeit.
Magazin
Munitionsvorratseinrichtung, aus der Patronen dem Ladeweg zugeführt werden.
Magnum
Nicht einheitlich quantifizierter Zusatz zu Patronen- und Waffenbezeichnungen, der gewöhnlich eine höhere Leistung innerhalb einer Vergleichsgruppe ausdrückt.
Mantelgeschoß
Geschoß mit einem Kern und einem davon unterscheidbaren umgebenden Mantel.
Mantelhohlspitzgeschoß
Mantelgeschoß mit einer im Spitzenbereich ausgeformten Hohlspitze.
Masseverschluss
Unverriegelter Verschluss, dessen Öffnungsbewegung durch den Druck auf den Hülsenboden angetrieben und vor allem durch die Verschlussmasse begrenzt wird.
Massivgeschoß
Geschoß, dessen maßgeblicher Körper aus einem durchgehenden Werkstoff statt aus getrenntem Mantel und Kern besteht.
Matchgeschoß
Geschoß, dessen Konstruktion und Fertigung für sportliche Präzision ausgelegt sind.
Mehrschichtvergütung
Antireflexbeschichtung aus mehreren aufeinander abgestimmten Schichten.
Metrische Patronenbezeichnung
Bezeichnung, die häufig Nennkaliber und Hülsenlänge in Millimetern kombiniert, zum Beispiel 7 × 64.
Mikrobolometer
Wärmestrahlungsdetektor, bei dem absorbierte Strahlung die Temperatur und damit eine messbare elektrische Eigenschaft des Sensorelements verändert.
Milliradiant
Winkeleinheit von einem Tausendstel Radiant.
Mittelrohrdurchmesser
Außendurchmesser des für die Ringbefestigung vorgesehenen Zielfernrohrabschnitts.
Monokular
Beobachtungsgerät mit einem optischen Kanal für die Benutzung mit einem Auge.
Montagehöhe
Höhenmaß einer Montage zwischen festgelegten Bezugsflächen beziehungsweise zur Optikachse.
Mündung
Vorderes Ende des Laufs, an dem das Geschoß den Lauf verlässt.
Mündungsbremse
Mündungsbauteil, das austretende Gase umlenkt und dadurch den Rückstoß beeinflusst.
Mündungsenergie
Kinetische Energie des Geschoßes an der Mündung.
Mündungsgeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Geschoßes beim Verlassen der Laufmündung.
Mündungsknall
Schallereignis durch die schnelle Expansion der aus der Mündung austretenden Gase.
Mündungskrone
Geometrische Ausführung des vordersten Laufabschlusses am Austritt der Laufbohrung.
Munition
Verwendungsfertiges Schießmittel, das seinem Wesen nach für den Gebrauch in Schusswaffen bestimmt ist (§ 4 WaffG), etwa Patronen.

N ↑ A–Z

Nachsatzgerät
Zusatzgerät, das augenseitig hinter dem Okular einer Tagesoptik angeordnet wird.
Nachtsichtgerät
Gerät zur Bildgewinnung bei geringer Umgebungshelligkeit, etwa mit Bildverstärkerröhre oder digitalem Sensor.
Nahgrenze
Kleinste Entfernung, auf die das optische Gerät unter den angegebenen Bedingungen scharfgestellt werden kann.
Nennkaliber
Nominelle Größenangabe innerhalb einer Kaliberbezeichnung.
NETD
Rauschäquivalente Temperaturdifferenz als Kennzahl der thermischen Empfindlichkeit.
Nichtuniformitätskorrektur
Korrektur unterschiedlicher Reaktionen der einzelnen Detektorelemente und temperaturabhängiger Bildabweichungen.
Nullanschlag
Mechanischer Anschlag, der die Rückkehr zur festgelegten Ausgangsstellung einer Verstellung begrenzt.
Nullstellung
Markierte Ausgangsstellung einer Verstellung für die festgelegte Einschießkonfiguration.

O ↑ A–Z

Objektiv
Dem beobachteten Objekt zugewandtes Linsensystem, das dessen Bild erzeugt.
Objektivdurchmesser
Für die Lichtaufnahme nutzbarer Durchmesser des Objektivs.
Offene Visierung
Mechanische Zieleinrichtung aus Kimme und Korn.
Ogive
Gekrümmter vorderer Profilabschnitt zwischen dem zylindrischen Führungsteil und der Geschoßspitze.
Okular
Dem Auge zugewandtes Linsensystem, durch das das vom Gerät erzeugte Bild betrachtet wird.
Open Tip Match
Matchgeschoß mit einer kleinen offenen Spitze als Merkmal seiner Konstruktion.
Optics Ready
Herstellerbezeichnung für eine Waffe mit vorbereiteter Aufnahme für eine Zieloptik.
Optikschnittstelle
Mechanisches Anschlussbild einer Optik aus Auflageflächen, Befestigungspunkten und gegebenenfalls Rückstoßabstützungen.
Optische Vergrößerung
Vergrößerung, die durch die optische Abbildung vor der digitalen Darstellung entsteht.

P ↑ A–Z

Parallaxe
Scheinbare Verschiebung des Absehens gegenüber dem Zielbild bei veränderter Augenposition, wenn beide Bilder nicht in derselben Ebene liegen.
Parallaxenausgleich
Optische Einstellung zur Zusammenführung von Zielbild und Absehenebene für eine bestimmte Objektentfernung.
Patrone
Schussfertige Einheit, bei üblicher Geschoßmunition aus Hülse, Zündelement, Treibladung und einem oder mehreren Geschoßen.
Patronenbezeichnung
Vollständiger Name zur Identifikation eines Patronentyps, etwa 7 × 64 oder .308 Win.
Patronenlager
Aufnahmeraum für eine bestimmte Patrone. Bei Pistolen und Gewehren liegt er gewöhnlich am hinteren Laufende, bei Revolvern in der Trommel.
Patronenlagerlänge der Flinte
Längenmaß des für die Patrone vorgesehenen Flintenpatronenlagers.
Patronenlänge
Gesamtlänge einer Patrone vom Hülsenboden bis zur vordersten Geschoßspitze.
Phasenkorrektur
Optische Beschichtung zur Korrektur von Phasenunterschieden bei bestimmten Dachkantprismensystemen.
Picatinny Schiene
Montageschnittstelle mit festgelegtem Profil und regelmäßig angeordneten Quernuten.
Piezoelektrische Gasdruckmessung
Messverfahren, bei dem ein Druckaufnehmer die mechanische Druckbelastung in ein elektrisches Messsignal umsetzt.
Pistole
Faustfeuerwaffe, bei der sich das Patronenlager gewöhnlich im Lauf befindet.
Pistolengriff
Griffbereich mit gegenüber der Laufachse nach unten abgewinkelter Handanlage.
Pitch
Winkelstellung der Schaftkappenebene gegenüber der gewählten Bezugsrichtung der Waffe.
Pixelabstand
Abstand von der Mitte eines Sensorelements zur Mitte des benachbarten Elements, meist in Mikrometern angegeben.
Polygonlauf
Gezogener Lauf mit einem polygonähnlichen Innenprofil und weniger scharf ausgeprägten Übergängen als beim klassischen Zug-Feld-Profil.
Polymerspitze
Spitzeneinsatz aus Kunststoff.
Porroprisma
Prismenbauform zur Bildumkehr, bei der der Strahlengang seitlich versetzt wird.
Präzision
Geringe Streuung wiederholter Schüsse unter definierten Bedingungen.
Progressiver Abbrand
Abbrandcharakteristik, bei der die wirksame Gasbildungsrate durch Geometrie oder chemische Behandlung über einen Teil des Abbrands aufrechterhalten beziehungsweise gesteigert wird.
Pulverkorn
Einzelner geformter Bestandteil einer Treibladung.
Pulversorte
Konkretes, durch Hersteller und vollständige Produktbezeichnung identifiziertes Treibladungspulver.
Pulververgleichstabelle
Ungefähre vergleichende Einordnung von Pulversorten nach ihrem relativen Abbrandverhalten.
Pupillendistanz
Abstand zwischen den Pupillenmitten beider Augen beziehungsweise die entsprechende Einstellung eines Fernglases.

R ↑ A–Z

Randfeuerpatrone
Patrone, deren Zündsatz im hohlen Hülsenrand angeordnet ist und durch dessen Quetschung ausgelöst wird.
Randlose Patrone
Patrone, deren Hülsenboden im Wesentlichen nicht über den Hülsenkörper vorsteht und die eine Auszieherrille besitzt.
Randpatrone
Patrone mit deutlich überstehendem Hülsenrand.
Randschärfe
Abbildungsqualität im äußeren Bereich des Sehfelds.
Rauchloses Pulver
Treibladungspulver auf Nitrocellulosebasis mit wesentlich geringerer Rauchentwicklung als Schwarzpulver.
Reflexvisier
Zielgerät, bei dem die beleuchtete Zielmarke über eine reflektierende optische Fläche mit dem Zielbild überlagert wird.
Repetierbüchse
Büchse mit manuell betätigtem Nachlademechanismus und Munitionsvorrat.
Repetierwaffe
Waffe, bei der eine weitere Patrone durch einen von Hand betätigten Mechanismus aus dem Munitionsvorrat ins Patronenlager gelangt.
Restgeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Geschoßes an einer bezeichneten Entfernung beziehungsweise einem bezeichneten Punkt der Flugbahn.
Restkörper
Nach einer vorgesehenen Teilzerlegung verbleibender größerer Geschoßteil.
Restlichtverstärker
Elektronenoptisches System, das schwaches einfallendes Licht in ein verstärktes sichtbares Bild umsetzt.
Restmasse
Nach dem Zielkontakt verbleibende Masse des betrachteten Geschoßrestes.
Revolver
Schusswaffe mit einer drehbaren Trommel, deren mehrere Patronenlager nacheinander vor den Lauf gebracht werden.
Ringmontage
Montage, die das Mittelrohr des Zielfernrohrs mit passend dimensionierten Ringen hält.
Röhrenmagazin
Rohrförmiges Magazin, in dem Patronen hintereinander in Längsrichtung angeordnet sind.
Röhrenpulver
Pulver mit röhrenförmigen, längs perforierten Körnern.
Rotpunktvisier
Zielgerät mit leuchtender punktförmiger Zielmarke, meist nach dem Reflexprinzip.
Rückstoß
Rückwärtsgerichtete Bewegung beziehungsweise Impulsübertragung des Waffensystems als Reaktion auf die nach vorne beschleunigten Massen einschließlich der Gase.
Rückstoßlader
Selbstlader, bei dem der Rücklauf beweglicher Waffenbauteile den Nachlademechanismus antreibt.
Rundkopf
Geschoßkopf mit gerundeter Vorderform.

S ↑ A–Z

SAAMI
US-amerikanischer Branchenverband mit technischen Standards für Sport- und Jagdwaffen sowie Munition.
Sattelmontage
Bauart einer abnehmbaren Optikmontage, die an dafür vorgesehenen Aufnahmen der Waffe verriegelt.
Schaft
Bauteil oder Baugruppe zur Aufnahme und Abstützung der Waffe durch den Schützen.
Schaftbacke
Seitliche oder erhöhte Form des Hinterschafts zur Wangenanlage.
Schaftkappe
Abschluss des Hinterschafts an der Schulteranlage.
Schaftlänge
Im üblichen Anpassungsmaß der Abstand von der Abzugsmitte zur Mitte der Schaftkappe.
Schalldämpfer
Bauteil, das die Expansion austretender Pulvergase beeinflusst und dadurch den Mündungsknall vermindert.
Schärfentiefe
Entfernungsbereich vor und hinter der eingestellten Objektebene, der noch als ausreichend scharf wahrgenommen wird.
Scheinbares Sehfeld
Winkel, unter dem das durch das Okular betrachtete Bild dem Auge erscheint.
Schienenmontage
Befestigung über eine am Zielfernrohr vorgesehene Montageschiene.
Schlagbolzen
Bauteil, das die mechanische Zündenergie auf das Zündelement der Patrone überträgt.
Schlagbolzensicherung
Sicherung, die eine nicht vorgesehene Vorwärtsbewegung des Schlagbolzens mechanisch blockiert.
Schlitten
Längsbewegliches oberes Bauteil vieler Selbstladepistolen; es übernimmt den rückwärtigen Patronenlagerabschluss und Teile des Ladezyklus.
Schloss
Mechanismus, der die für die Zündung erforderliche Schlagenergie speichert und beim Auslösen freigibt.
Schränkung
Seitlicher Versatz des Hinterschafts beziehungsweise der Schaftkappenmitte gegenüber der Waffenmittellinie.
Schrot
Mehrere kleine, üblicherweise kugelförmige Geschoße, die gemeinsam als Ladung verschossen werden.
Schrotbecher
Becherförmiger Bestandteil des Zwischenmittels, der die Schrotladung aufnimmt und während des Laufdurchgangs vom Lauf trennt.
Schrotgarbe
Räumliche Verteilung der Schrotkörner nach dem Verlassen des Laufs.
Schrotkorngröße
Durchmesser des einzelnen Schrotkorns, zweckmäßig in Millimetern angegeben.
Schrotkornnummer
Nummer zur Kennzeichnung einer Schrotkorngröße innerhalb eines bestimmten nationalen beziehungsweise herstellerspezifischen Systems.
Schrotpatrone
Patrone, deren Geschoßladung aus mehreren Schrotkörnern besteht.
Schrotvorlage
Gesamtmasse der Schrotkörner einer Patrone.
Schusswaffe
Waffe, mit der feste Körper durch einen Lauf in eine bestimmbare Richtung verschossen werden können.
Schwarzpulver
Historisches rauchstarkes Treibmittel mit vergleichsweise hohem Anteil fester Verbrennungsrückstände.
Schwenkmontage
Abnehmbare Montage, bei der das Zielfernrohr über eine vordere Lagerung eingeschwenkt und hinten verriegelt wird.
Sehfeld
Durch das Gerät überblickbarer Bildausschnitt, angegeben als Winkel oder als Breite auf eine festgelegte Entfernung.
Seitenturm
Bedienelement zur horizontalen Verstellung der Zieleinstellung.
Sekantenogive
Ogivenform, deren Profil am Übergang zum zylindrischen Führungsteil nicht tangential anschließt.
Selbstladepistole
Pistole, die einen Teil der beim Schuss verfügbaren Energie zum selbsttätigen Nachladen nutzt.
Selbstladewaffe
Waffe, die nach einem Schuss selbsttätig nachlädt und für jeden weiteren Schuss eine erneute Abzugsbetätigung benötigt.
Semi-Wadcutter
Geschoß mit vorstehendem Kopfteil und einer scharfen umlaufenden Schulter.
Senkung
Vertikaler Abstand definierter Punkte des Schaftrückens von einer festgelegten Bezugslinie.
Sicherung
Einrichtung, die eine bestimmte unbeabsichtigte Auslösung oder Bewegung im Waffenmechanismus verhindern soll.
Single Action
Abzugsprinzip, bei dem die Abzugsbetätigung das bereits gespannte Schlagstück freigibt.
Small Pistol
Bezeichnung einer Größen- und Anwendungsklasse von Zentralfeuerzündhütchen für Pistolen- und Revolverpatronen.
Small Rifle
Bezeichnung einer Größen- und Anwendungsklasse von Zündhütchen für Büchsenpatronen.
Solid
Englischer Ausdruck, der je nach Hersteller ein Massivgeschoß oder ein nicht auf Expansion ausgelegtes Jagdgeschoß bezeichnet.
Spannschieber
Bedienelement zum Spannen und je nach System Entspannen des Schlagmechanismus.
Spektiv
Beobachtungsfernrohr für detailreiche Betrachtung, üblicherweise mit höherer Vergrößerung und häufig für die Stativnutzung ausgelegt.
Spitzgeschoß
Geschoß mit lang ausgezogener zugespitzter Vorderform.
Stäbchenpulver
Pulver mit länglichen, annähernd zylindrischen Körnern.
Stahlschrot
Übliche Bezeichnung für Schrot aus Weicheisen beziehungsweise niedrig gekohltem Stahl.
Stahlschrotbeschuss
Besondere Erprobung für die dafür festgelegten Stahlschrotpatronen; das zugehörige Zeichen ist eine stilisierte Lilie.
Stecher
Zusätzliche Abzugseinrichtung, die nach dem Einstechen eine wesentlich geringere Auslösekraft ermöglicht.
Sternverschluss
Verschlussart einer Schrotpatrone mit sternförmig eingefaltetem Hülsenmund.
Stoßboden
Fläche des geschlossenen Verschlusses beziehungsweise des Systemkastens, an der sich der Patronenboden beim Schuss abstützt.
Streukreis
Größenangabe einer Schussgruppe, häufig als größter Abstand zweier Treffermittelpunkte.
Streukreuz
Einsatz innerhalb der Schrotladung, der die Verteilung der Schrote nach dem Mündungsaustritt beeinflusst.
Streulicht
Unerwünschtes Licht, das sich dem Nutzbild überlagert und dessen Kontrast vermindern kann.
Streupatrone
Schrotpatrone mit einer Konstruktion zur stärkeren Aufweitung der Schrotverteilung auf den vorgesehenen Entfernungen.
Streuung
Verteilung der Treffpunkte wiederholter Schüsse unter bestimmten Bedingungen.
Stutzen
Im heutigen jagdlichen Sprachgebrauch eine Büchse mit Ganzschaft, dessen Vorderschaft bis nahe zur Mündung reicht.
System
Zentrale Baugruppe aus Gehäuse und Funktionsmechanismus einer Waffe.
Systemhülse
Gehäuse, das bei vielen Gewehren den Verschluss führt und weitere Systemteile aufnimmt.

T ↑ A–Z

Tangentialogive
Ogivenform, deren Krümmung ohne Richtungsbruch tangential an den zylindrischen Führungsteil anschließt.
Teilmantelgeschoß
Mantelgeschoß mit an der Spitze freiliegendem weicherem Kern.
Teilzerlegungsgeschoß
Geschoß, das im Ziel einen Teil seiner Masse als Fragmente abgeben und einen Restkörper behalten soll.
Temperaturabhängigkeit des Pulvers
Änderung ballistischer Eigenschaften einer bestimmten Laborierung bei geänderter Ausgangstemperatur.
Total Metal Jacket
Herstellerbezeichnung für ein Geschoß mit vollständiger metallischer Umhüllung des Kerns einschließlich des Bodens.
Transmission
Anteil der eintretenden Strahlung, der das optische System unter den bezeichneten Bedingungen durchläuft.
Transsonischer Bereich
Geschwindigkeitsbereich in der Umgebung der Schallgeschwindigkeit, in dem sich die Strömungsverhältnisse um das Geschoß deutlich verändern.
Treffpunktlage
Lage des mittleren Treffpunkts einer Schussgruppe unter den jeweils angegebenen Bedingungen.
Treibladungspulver
Stoffgemisch, das beim Abbrand Gase zum Antrieb des Geschoßes erzeugt.
Trennsteg
Konstruktiver Steg im Geschoßmantel, der Kernbereiche voneinander trennt.
Trommel
Drehbares Revolverbauteil mit mehreren Patronenlagern.
Trommelspalt
Abstand zwischen der Vorderseite der Revolvertrommel und dem hinteren Laufende.

U ↑ A–Z

Übergangskegel
Übergangsbereich zwischen Patronenlager und gezogenem Laufteil einer Büchse.
Übergangskonus der Flinte
Konischer Übergang aus dem Flintenpatronenlager in den engeren glatten Laufabschnitt.
Überschall
Geschwindigkeitsbereich oberhalb der örtlichen Schallgeschwindigkeit.
Umkehrsystem
Optische Baugruppe, die das vom Objektiv erzeugte Bild in die zur Beobachtung vorgesehene Orientierung bringt.
Unterhebelrepetierer
Repetierwaffe, deren Nachlademechanismus über einen unter dem System angeordneten Schwenkhebel betätigt wird.
Unterschallmunition
Munition, deren Geschoßgeschwindigkeit unter den jeweils vorliegenden Bedingungen unterhalb der Schallgeschwindigkeit bleibt.

V ↑ A–Z

Variable Vergrößerung
Veränderbare Vergrößerung eines optischen Geräts innerhalb seines konstruktiven Bereichs.
Verbundgeschoß
Mantelgeschoß mit stoffschlüssig verbundenem Mantel und Kern, um deren Trennung im Ziel zu vermindern.
Vergrößerung
Verhältnis des Sehwinkels mit optischem Gerät zum Sehwinkel ohne Gerät.
Vergrößerungsvorsatz
Separates vergrößerndes optisches Gerät, das im Strahlengang eines dafür geeigneten Zielgeräts verwendet wird.
Vergütung
Dünne optische Beschichtung zur Verminderung störender Reflexionen an optischen Flächen.
Verkupfertes Geschoß
Geschoß, dessen Grundkörper mit einer galvanisch aufgebrachten Kupferschicht versehen ist.
Verriegelung
Formschlüssige Abstützung des Verschlusses gegen ein Öffnen unter Gasdruck.
Verriegelungswarzen
Vorsprünge eines Verschlusses, die sich bei verriegelter Waffe an den dafür vorgesehenen Gegenflächen abstützen.
Verschluss
Baugruppe, die den rückwärtigen Abschluss des Patronenlagers bildet und bei vielen Waffen zusätzlich Ladefunktionen übernimmt.
Verschlussabstand
Abstand vom Stoßboden des geschlossenen Verschlusses zur festgelegten Anlagefläche der Patrone im Patronenlager.
Verschlussfang
Einrichtung, die den Verschluss beziehungsweise Pistolenschlitten in geöffneter Stellung halten kann.
Verschlusskopf
Vorderer Teil eines Verschlusses mit Stoßboden und je nach Bauart weiteren Funktions- oder Verriegelungselementen.
Verstellbereich
Gesamter nutzbarer Bereich der Höhen- beziehungsweise Seitenverstellung.
Verstelltreue
Übereinstimmung der tatsächlichen Winkeländerung mit der nominell eingestellten Änderung.
Verzeichnung
Abbildungsfehler, der die geometrische Form von Gegenständen verändert, etwa gerade Linien tonnen- oder kissenförmig erscheinen lässt.
Verzögerter Masseverschluss
Unverriegeltes System, bei dem ein zusätzlicher Mechanismus die anfängliche Öffnungsbewegung des Verschlusses verzögert.
Visierhöhe
Abstand zwischen Laufseelenachse und optischer Zielachse an der dafür festgelegten Bezugsstelle.
Visierlänge
Abstand zwischen vorderem und hinterem Element einer mechanischen Visierung.
Visierlinie
Gedachte Gerade durch die ausgerichteten Visierelemente beziehungsweise durch die optische Zielachse zum Zielpunkt.
Visierung
Einrichtung zum Ausrichten der Waffe auf einen gewählten Zielpunkt.
Vollautomatische Waffe
Waffe, die bei andauernder Abzugsbetätigung mehrere Schüsse selbsttätig abgeben kann.
Vollmantelgeschoß
Mantelgeschoß, dessen Führungsteil und Spitze vom Mantel bedeckt sind.
Vorderschaft
Vor dem System liegender Schaftteil zur Unterstützung und Führung der Waffe.
Vorderschaftrepetierer
Repetierwaffe, bei der der bewegliche Vorderschaft den Nachlademechanismus betätigt.
Vorneigung
Gezielter Winkel zwischen Montage- beziehungsweise Optikachse und der Waffenbezugsachse.
Vorsatzgerät
Zusatzgerät, das im Strahlengang vor der Tagesoptik angeordnet wird.
Vorzug
Bei einem Druckpunktabzug der Weg des Abzugszüngels von seiner Ausgangsstellung bis zum Druckpunkt.

W ↑ A–Z

Wadcutter
Geschoß mit breiter flacher Stirn und scharfer Schulter zum Ausstanzen klar begrenzter Löcher in Papierscheiben.
Wärmebildgerät
Gerät, das die Infrarotstrahlung einer Szene erfasst und Unterschiede als sichtbares Bild darstellt.
Weaver Montage
Montagesystem mit seitlicher Klemmung und Quernut zur Aufnahme eines Rückstoßstegs.
Wechselchoke
Auswechselbarer Mündungseinsatz einer dafür ausgeführten Flinte.
Wechsellauf
Zusätzlicher, für ein bestimmtes Waffensystem vorgesehener Lauf.
Wechselmagazin
Aus der Waffe herausnehmbares Magazin.
Widerstandsbeiwert
Kennzahl des aerodynamischen Widerstands einer Körperform unter den bezeichneten Strömungsbedingungen.
Wiederholgenauigkeit
Fähigkeit einer Montage oder Verstellung, nach einem Wechsel beziehungsweise Verstellzyklus zur gleichen Ausgangslage zurückzukehren.
Winddrift
Flugbahnabweichung infolge der Luftbewegung relativ zum fliegenden Geschoß.
Winkelminute
Winkeleinheit von einem Sechzigstel Grad.
Wismutschrot
Bleifreier Schrotwerkstoff auf Wismutbasis.
Wolframschrot
Schrot aus wolframhaltigen Werkstoffen oder Verbundmaterialien.
Wundballistik
Teilbereich der Zielballistik über die Wechselwirkung von Geschoßen mit biologischem Gewebe.

Z ↑ A–Z

Zentralfeuerpatrone
Patrone mit einem zentral im Hülsenboden angeordneten Zündelement.
Zerlegungsgeschoß
Geschoß, das zur weitgehenden Fragmentierung im vorgesehenen Zielmedium konstruiert ist.
Zielballistik
Teilgebiet der Ballistik über die Wechselwirkung eines Geschoßes mit dem getroffenen Material beziehungsweise Ziel.
Zielfernrohr
Optische Zieleinrichtung mit einem Absehen und einem Fernrohrsystem zur Zielabbildung.
Zielfernrohrmontage
Verbindung zwischen Waffe und Zieloptik zur definierten mechanischen Befestigung und Ausrichtung.
Zoll
Längeneinheit mit exakt 25,4 Millimetern je Zoll.
Zollkaliber
Kaliberbezeichnung mit einer nominellen Angabe in Zollbruchteilen, etwa .308.
Zoomfaktor
Verhältnis der höchsten zur niedrigsten Vergrößerung eines variablen Geräts.
Zubringer
Im Magazin bewegliches Bauteil, das die Patronen in Richtung Zuführposition unterstützt beziehungsweise nachführt.
Züge
Schraubenförmige Vertiefungen im Innenprofil eines konventionell gezogenen Laufs.
Zugmaß
Laufdurchmesser über die gegenüberliegenden Zuggründe.
Zündglocke
Vertiefung im Boden einer Zentralfeuerhülse zur Aufnahme des passenden Zündhütchens.
Zündhütchen
Bauteil mit Zündsatz, das nach der vorgesehenen Auslösung die Treibladung entzündet.
Zündloch
Verbindung zwischen Zündhütchensitz und Pulverraum, durch die die Zündwirkung zur Treibladung gelangt.
Zweibasiges Pulver
Rauchloses Treibladungspulver mit Nitrocellulose und Nitroglycerin als energetischen Grundstoffen.
Zweikerngeschoß
Geschoß mit zwei konstruktiv unterscheidbaren Kernbereichen.
Zweite Bildebene
Absehenposition hinter dem vergrößerungsverändernden Umkehrsystem.
Zwischenmittel
Bauteil zwischen Treibladung und Schrotladung zur Trennung, Gasabdichtung und je nach Bauart Polsterung.
Zylinderhülse
Hülse ohne ausgeprägte Schulter und Halsverengung.
Zylinderverschluss
Verschluss mit längsbeweglichem, im Grundkörper zylindrischem Verschlussteil.

Das Waffenlexikon erklärt technische Fachbegriffe. Es ist keine Rechtsberatung und enthält keine Ladedaten oder Anleitungen zur Bearbeitung von Waffen. Fragen zu Erwerb, Besitz und Führen beantwortet unser Ratgeber Waffenrecht. Stand: 08.11.2026.

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